Düren

Wir begrüssen Sie auf der offiziellen Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Düren

- Löschgruppe Birkesdorf -

 

Wappen Birkesdorf

Für einen Bewusstlosen Patienten bestehen mehrere Gefahren. Zum einen die direkten durch die Bewusstlosigkeit und zum anderen die Gründe die zur Bewusstlosigkeit geführt haben wie z.B. die Kopfverletzung, der Herzinfarkt, die Vergiftung, der Schlaganfall o.ä.

Hier möchten wir aber jetzt erst einmal die Bewusstlosigkeit an sich behandeln und lassen die Ursache dafür erst einmal außen vor. Wie sie z.B. beim Herzinfarkt, Schlaganfall o.ä. vorgehen können, sehen sie auf der dementsprechenden “Notfallseite” die sie in der linken Spalte auswählen können.

Wichtig ist das jeder Notfallpatient der Bewusstlos ist in die stabile Seitenlage gelegt wird da es ansonsten zur Aspiration (Einatmung von Speichel, Feststoffen, Flüssigkeiten, Mageninhalt ....) oder Erstickung durch Verlegung der Atemwege kommen kann.

 

Was passiert eigentlich bei der Bewusstlosigkeit im Körper?

Der Bewusstlose hat keine Kontrolle mehr über seinen Körper und auch nicht über die Muskulatur, d.h. der Patient ist nicht in der Lage sich selber zu bewegen. Das Hauptproblem ist aber nicht die Muskulatur der Arme, Beine, Rücken..... sondern die Zungenmuskulatur. Denn die Zunge ist eigentlich ein reiner Muskel der zwar noch andere Aufgaben wie Geschmack, Sensorik, teilw. Lauterzeugung beim Sprechen usw. erfüllt, aber halt ein Muskel ist. Und dieser wird bei dem auf dem Rücken liegenden Patienten zur Gefahr, da der Zungengrund durch sein Eigengewicht nach hinten rutscht und sich auf dem Rachenboden auflegt und die Atemwege somit komplett verschließen kann und es zu einem Atemstillstand kommt.
Was sie dagegen unternehmen können sehen sie weiter unten unter dem Punkt “Maßnahmen bei Auffinden einer Bewusstlosen Person”!

 

Der zweite Muskel der noch Probleme macht ist ein Ringmuskel der den Magen zur Speiseröhre hin abdichtet. Dieser erschlafft ebenfalls und der Mageninhalt kann durch die Speiseröhre zurück fließen und trifft im Bereich des Kehlkopfes mit den Atemwegen zusammen und dann kommt es zur Einatmung des Mageninhaltes (Aspiration).
Das Problem ist das im Magen immer etwas drin ist egal ob der Patient vor kurzem etwas getrunken oder gegessen hat oder auch seit mehreren Stunden nüchtern ist.
Darum muss jeder bewusstlose Patient, dessen Atmung noch vorhanden ist, möglichst zügig in die stabile Seitenlage gelegt werden - und da ist es völlig egal welche Begleitverletzungen der Patient hat (natürlich dann sehr vorsichtig!), weil ansonsten das ersticken droht!

 

Maßnahmen bei Auffinden einer Bewusstlosen Person:
 

  • Ansprechen - beim Auffinden eines Patienten erst einmal hingehen und ihn ansprechen. Wenn er auf eine laute und deutliche Ansprache nicht reagiert:
  • Anfassen - den Patienten an der Schulter anfassen und ihn rütteln, so das auch ein nur schlafender Patient davon wach werden würde. Wenn der Patient daraufhin auch nicht reagiert, sollten sie laut:
  • um Hilfe rufen! -  damit andere auf die Notfallsituation aufmerksam werden und sie unterstützen können, z.B. in dem sie den Notruf absetzen, bei der Lagerung helfen, den Rettungsdienst einweisen ....
  • Atmung kontrollieren - dazu den Kopf an der Stirn und unter dem Kinn anfassen und den Kopf überstrecken, d.h. in den Nacken des Patienten drücken. Durch dieses Überstrecken des Kopfes wird die Zunge automatisch “angehoben” und erst jetzt können sie die Atmung kontrollieren, in dem sie ihr Ohr dicht über Mund und Nase des Patienten legen.
    Nun können sie hören ob es Atemgeräusche gibt, sie werden den Atem des Patienten spüren wenn er ausatmet weil die Wange sehr empfindlich ist und wenn sie ihre Augen gleichzeitig auf den Brustkorb des Patienten richten, können sie auch sehen ob der Brustkorb sich hebt oder senkt.
     

Atmung vorhanden

bei vorhandener Atmung legen sie den Patienten bitte
in die stabile Seitenlage!
(Anleitung zur stabilen Seitenlage siehe Bilder unten.)

Atmung nicht vorhanden

wenn sie innerhalb von 10 Sekunden keine Atmung
feststellen konnten, d.h. weder etwas gehört, noch
gefühlt, noch gesehen haben, dann setzen sie falls noch nicht geschehen bitte sofort den Notruf ab und beginnen dann unverzüglich mit der Herz-Lungen Wiederbelebung!

Wie stelle ich die stabile Seitenlage her und was ist zu beachten?

Bei Unverletzten Patienten ist es egal auf welche Seite sie ihn lagern. Ausnahme:

  • Schwangerschaft: die Schwangere Patientin sollte wenn möglich auf der Linken Körperseite gelagert werden, damit die Durchblutung des Kindes nicht gefährdet wird.

Verletzte Patienten nach Möglichkeit auf der Unverletzten Seite lagern. Ausnahme:

  • es handelt sich um eine Brustkorbverletzung (Rippenbruch o.ä.), dann bitte den Patienten auf der Verletzten Seite lagern, damit die Atmung nicht zusätzlich eingeschränkt wird. Sollte sich ein Fremdkörper im Brustkorb befinden wie z.B. ein Messer, ein Ast/Stock, etc. dann natürlich nicht auf die Verletzte sondern normal auf die Unverletzte Seite drehen, da der Gegenstand sonst noch tiefer eindringen würde!
     

Grundsätzlich gilt: Bei Verletzungen jeglicher Art die Seitenlage besonders vorsichtig durchführen, um eine Verschlimmerung der Verletzungen zu vermeiden!

stabile Seitenlage 1
stabile Seitenlage 2
stabile Seitenlage 3
stabile Seitenlage 4

Legen sie den ihnen zugewandten Arm (also der zwischen ihnen und dem Patienten liegende Arm) in einem Winkel von ca. 90 Grad neben den Patienten mit der Handoberfläche nach oben.

Nehmen sie die gegenüberliegende Hand des Patienten und führen diese mit dem Handrücken an die ihnen zugewandte Wange des Patienten. Halten sie diese Hand an der Wange fest, da diese sonst sofort wieder zurückfällt.

Fassen sie das gegenüberliegende Bein direkt oberhalb vom Knie an und ziehen es mit ein wenig Schwung zu sich rüber. Dadurch dreht der Patient sich in die Seitenlage. Schauen sie das der Patient durch das angewinkelte Bein (in einem ca. 90 Grad-Winkel) abgestützt wird und sich nicht komplett in die Bauchlage dreht.

Überstrecken sie den Kopf erneut, da er durch das drehen in die Seitenlage wieder ein Stück nach vorne gekippt ist und stabilisieren sie den Kopf mit der Patientenhand unter dem Kopf so, dass der Kopf nicht wieder nach vorne kippen kann.

Zum Schluss öffnen sie noch den Mund damit ggf. Erbrochenes, Blut, Speichel etc. abfließen kann.

Falls noch nicht geschehen bitte den Notruf veranlassen.

Wichtig: Auch in der stabilen Seitenlage könnte jederzeit die Atmung aussetzen. Deswegen auch bei Patienten die in der stabilen Seitenlage liegen, regelmäßig (mind. 1x pro Minute) die Atmung kontrollieren, damit sie einen eventuellen Atemstillstand rechtzeitig erkennen können!

Falls die Möglichkeit besteht einen AED (Automatisierter Externer Defibrillator) herbei zu schaffen, sollten sie dieses veranlassen um ihn im Bedarfsfall der Herz-Lungen Wiederbelebung direkt zur Verfügung zu haben.

 

 

Zuletzt geändert am Donnerstag, 2. Oktober 2014