Düren

Wir begrüssen Sie auf der offiziellen Homepage der Freiwilligen Feuerwehr Stadt Düren

- Löschgruppe Birkesdorf -

 

Wappen Birkesdorf

Hier auf dieser Seite möchten wir ihnen verschiedene Notfälle im Bereich der Atmung vorstellen. Bei diesen Notfällen ist es wichtig den Notruf über die Notrufnummer 112 so schnell wie möglich abzusetzen da der Patient ja mit eintreten des Notfalls kaum oder sogar keine Luft mehr bekommt oder zu mindestens der Atemstillstand zu erwarten ist wenn nicht rechtzeitig eingegriffen wird. Und da kann jede Sekunde zählen - denn wie lange kommen sie ohne Luft aus?

 

 

Fremdkörper in der Luftröhre

Es kann immer mal wieder passieren das man einen Fremdkörper aus versehen in die Luftröhre bekommt. Dabei ist es egal ob es sich um einen Knochen, eine Fischgräte, ein Bonbon, ein “Lego”-Baustein, ein Kaugummi o.ä. handelt.

     Symptome:

  • starker Hustenreiz (Hustenreflex des Körpers)
  • Atemnot
  • evtl. ein hörbares Pfeifen
  • Zyanose (Blauverfärbung von Lippen und Gesicht)
  • Angst / Panik

     Gefahren:

  • Ersticken
  • Atem- / Kreislaufstillstand

 

     Maßnahmen:

  • Notruf
  • Fremdkörper entfernen mit Schlägen auf den Rücken; wenn das nicht hilft:
  • Heimlich-Handgriff durchführen
    (zur genaueren Durchführung der Maßnahmen  siehe die folgenden 2 Absätze)

Bei einem Fremdkörper der nicht alleine durch das Husten des Patienten wieder entfernt werden konnte, bedarf es der schnellen Hilfe eines Ersthelfers. Den Patienten dazu, wenn möglich, in eine Kopftieflage bringen (nach vorne überbeugen, über das “Knie legen” o.ä.) und durch kräftige schnelle Schläge auf den Rücken (im oberen Drittel des Rückens, zwischen den Schulterblättern mit der flachen Hand auf die Wirbelsäule) versuchen den Fremdkörper zu entfernen.

Hilft das nicht sollten sie spätestens jetzt den Notruf absetzen und dann den Heimlich-Handgriff durchführen. Dazu stellen sie sich hinter den Patienten, legen eine Faust von sich in die weiche Magengegend des Patienten (unter das Brustbein!) und umfassen die Faust mit ihrer 2. Hand. Auch hier sollten sie den Patienten nach Möglichkeit in eine Kopftieflage bringen. Jetzt ziehen sie Ruckartig die Faust nach hinten und leicht nach oben. Diesen Heimlich-Handgriff können sie bis zu 5 mal wiederholen. Nach jeder Durchführung sollten sie aber überprüfen ob der Fremdkörper noch steckt oder schon entfernt wurde.
Wichtig: der Patient muss auf jeden Fall durch den Notarzt evtl. auch im Krankenhaus untersucht werden, da es bei der Durchführung des Heimlich-Handgriffes zu Verletzungen im Bauchraum, aufgrund der großen Krafteinwirkung auf die Inneren Organe (Leber, Milz, Magen, Darm ....) kommen kann! Dies ist aber aufgrund der drohenden Erstickungsgefahr erst einmal zweitrangig und somit in Kauf zu nehmen.

Insektenstich im Mundraum

Gerade im Frühjahr und Sommer kann es immer wieder zu Stichen durch Insekten im Mund- und Rachenraum kommen. Ursache sind oft   Insekten die sich in Getränken oder auf Nahrungsmitteln befanden.
Durch den Stich wird eine lokale Reaktion im Mundraum ausgelöst, die die Schleimhäute oder Zunge anschwellen lässt. Durch diese “Verengung” im Mundraum kann es zum teilweisen oder auch kompletten Verschluss der Atemwege kommen, was Erstickungsgefahr und somit Lebensgefahr bedeutet!

Dieses ist nicht mit der Allergischen Reaktion auf Insektenstiche zu verwechseln die den ganzen Körper betrifft.

     Symptome:

  • plötzlicher Schmerz im Mund- / Rachenraum
  • anschwellen der Schleimhäute / Zunge
  • Atemnot, evtl. ein hörbares Pfeifen
  • Zyanose (Blauverfärbung von Lippen und Gesicht/Haut)
  • Angst / Panik

     Gefahren:

  • Ersticken
  • Atem- / Kreislaufstillstand

 

     Maßnahmen:

  • Notruf
  • Kühlen (wenn vorhanden mit Eis/Eiswasser/Speiseeis/kalten Getränken ....) Bitte nichts davon schlucken, da bei einer evtl. erforderlichen Narkose durch den Notarzt, dadurch das Narkoserisiko stark ansteigt!
  • zusätzlich kalte Umschläge von außen

Durch das kühlen kann das Anschwellen verlangsamt oder mit etwas Glück sogar ganz gestoppt werden.

Hyperventilation

Die Hyperventilation ist geprägt durch ein zu schnelles und tiefes Atmen des Patienten. Dabei wird zu viel CO2 (Kohlenstoffdioxid) abgeatmet und der Patient fängt automatisch an schneller und tiefer zu atmen weil der CO2-Mangel im Blut den Atemantrieb erhöht.
Oft wird die Hyperventilation durch Psychische Ursachen wie Stress oder Angst ausgelöst. Dennoch kann der Grund für eine Hyperventilation auch ernstere Hintergründe wie ein Hirntumor, eine Herzinfarkt, ein Schlaganfall o.ä. sein. Deswegen sollte zumindest beim ersten Auftreten einer Hyperventilation, eine genauere Medizinische Abklärung erfolgen.

     Symptome:

  • schnelle Atemfrequenz
  • Luftnot
  • Zwang tief einatmen zu müssen
  • Engegefühl der Brust
  • Gefühlslosigkeit und kribbeln an Händen, Füßen und Kopf (als wenn “Ameisen” über den Körper laufen)
  • verkrampfen der Hände (Pfötchenstellung) und Lippen (wie ein Karpfenmaul)
  • Schwindel / Sehstörungen
  • Zittern / Angst / Panik

     Gefahren:

  • Bewusstlosigkeit
  • Gehirnschäden

 

     Maßnahmen:

  • Patienten beruhigen
  • auf ein langsameres und Flacheres Atmen hinwirken
  • evtl. Plastik- oder Papiertüte vor Mund und Nase halten damit CO2 zurückgeatmet werden kann
  • Notruf

Asthma

Asthma ist eine häufig auftretende chronische entzündliche Erkrankung der Atemwege. In Deutschland sind ca. 3-5% der Erwachsenen sowie ca. 10% der Kinder betroffen. Es gibt verschiedene Arten des Asthmas vom Chronischen- über das Allergische-Asthma. Ca. 70% dieser Asthmatiker haben sogar eine Mischform aus diesen beiden vorgenannten Asthmaformen.
Die Hauptprobleme beim Asthmatiker sind die Schleimhautschwellung und die vermehrte Produktion von zähem, glasigem Schleim innerhalb der Atemwege sowie das Verkrampfen der Bronchialmuskulatur. Diese Vorgänge sorgen innerhalb der Lunge dafür, dass der Patient die Luft die in seinen Lungen ist, nur sehr schwer ausatmen kann. Und so lange die “alte” Luft nicht raus ist, kann keine neue eingeatmet werden. Der Patient hat also das Hauptproblem beim ausatmen!

     Symptome:

  • keuchendes / hustendes Atemgeräusch (Giemen) bis hin zu Hustenanfällen
  • Kurzatmigkeit / zunehmende Atemnot
  • Patient nimmt Schonhaltung ein (mit Armen nach hinten oder vorne abgestützte Sitz- / Stehhaltung)
  • Unruhe / Angst

     Gefahren:

  • Bewusstlosigkeit
  • Atem- / Kreislaufstillstand

 

     Maßnahmen:

  • Notruf
  • Asthmaspray des Patienten falls vorhanden holen (Verabreichung aber durch Patient selbst!)
  • Oberkörper hoch lagern evtl. Schonhaltung (“Kutschersitz”) herstellen
  • Lippenbremse
  • Versuchen den Patienten zu beruhigen
  • beengende Kleidung (Kragen, Gürtel...) lockern

Begriffserklärungen:

Kutschersitz“Kutschersitz”: Man nimmt einen Stuhl und setzt sich aufrecht auf den vorderen Teil der Sitzfläche. Dann lässt man sich langsam  zusammensacken. Die Unterarme ruhen dabei auf den Oberschenkeln und die Hände hängen locker herunter. Der Rücken ist in der Position eines Katzenbuckels, also leicht gerundet und nicht verkrampft. Der Brustkorb wird vom Gewicht der Schultern entlastet. Außerdem können Muskeln, die normalerweise die Arme an den Körper heranführen, in dieser Haltung helfen, den Brustkorb zu weiten. Dadurch wird es möglich, freier durchzuatmen.

 

Torwartstellung


 

“Torwartstellung”: Wenn Ihnen keine Sitzgelegenheit zur Verfügung steht, nehmen Sie die “Torwartstellung” ein: Ihre Beine stehen
gut schulterbreit auseinander und die Knie sind leicht gebeugt. Auf diese stützen Sie Ihre Hände ca. eine Handbreit oberhalb der Knie ab. Ihr Rücken ist rund und der Kopf hängt locker.


 

Lippenbremse
“Lippenbremse”: Diese ist besonders bei akuter Atemnot oder bei Belastung von  Bedeutung und bildet die Grundlage aller Atemübungen. Dabei wird die  Luft durch die Nase eingeatmet und durch den gespitzen, nur leicht  geöffneten Mund langsam und kontrolliert (gegen die gespitzten Lippen) wieder ausgeatmet. Die Luft wird, wie oben beschrieben, in €ž”sss”- oder “€žpff”- Lauten ausgeatmet. Durch diese Methode bleiben die Atemwege weit, die Lunge wird entleert und kann mit neuer, sauerstoffreicher Luft versorgt werden.

 

Quellenangabe: Die Bilder und Teile der Beschreibung zum Thema “Asthma” sind von der Seite des Deutschen Allergie- und Asthmabund e.V. zur Verfügung gestellt.

 

Zuletzt geändert am Donnerstag, 2. Oktober 2014